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Gesundheitsrisiko Biofilm-Bakterien

15.05.10

Biofilme bestehen aus einer dünnen Schleimschicht in der z.B. Bakterien eingebettet sind. Sie entstehen durch Ansiedelung dieser Mikroorganismen an Grenzflächen zwischen wässrigen und festen Systemen, also zwischen Zahn und Zahnfleisch.

Zahnfleischtaschen bilden ein optimales Milieu für die Entstehung von Biofilmen. Es entsteht eine chronische Entzündung, die Parodontitis. Diese Erkrankung tritt in den letzten Jahren immer häufiger auf und führt oft zum vorzeitigen Zahnverlust.
Forscher haben einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Parodontitis und dem Herzinfarkt nachgewiesen. Der Herzinfarkt gilt als weltweit häufigste Todesursache.

Auch bei der Entstehung der Arteriosklerose spielen parodontale Erkrankungen eine Rolle. Über 70% der 40- bis 60- Jährigen haben Zahnfleischtaschen, die tiefer als 4 mm sind.

Die Zahl der Infektionen an Implantaten (Periimplantitis) steigt stetig an. Die Ursache sind Keime, die sich im Inneren der Implantate als Biofilm festsetzen.

Ultraschallgeräte und Pulverstrahlgeräte verringern die Keime in der Zahnfleischtasche nachweislich nur bis zu 2mm Taschentiefe. Auch antibakteriell wirksame Mundspüllösungen reduzieren die Bakterienzahl erheblich. Die verbleibenden Bakterien wachsen jedoch zu einem neuen Biofilm heran, die körpereigene Immunabwehr versagt. Eine chronische Entzündung wird unterhalten.

Die antimikrobielle photodynamische Therapie (aPDT) – auch Photoaktivierte Desinfektion (PAD) genannt, tötet schmerzfrei und ohne Nebenwirkungen 99,99 % aller am Biofilm beteiligten Bakterien ab. Zur Anwendung kommt ein Farbstoff als Photosensitizer, der sich an die Oberflächenstrukturen der Bakterien anheftet. Die photochemische Anregung erfolgt mit einer LED-Lampe. Durch 2 minütiges Belichten wird eine Keimdesinfektion erreicht.

Dieses Verfahren ist ein Gewinn für die Therapie der Parodontitis und wird somit dem Grundsatz einer ganzheitlichen biologischen Zahnheilkunde gerecht.

Das Verfahren stellt eine Alternative zur Gabe von Antibiotika dar, eine Entwicklung von Resistenzen wird vermieden. Mit regulationsmedizinischen Verfahren wie der Elektroakupunktur nach Voll – EAV ist man zusätzlich in der Lage, den immunologischen Hintergrund auszuleuchten und frühzeitig den Verlauf einer Parodontitis positiv zu beeinflussen.