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Selbsttest für Patienten bei Kopfschmerzen und Nackenverspannungen

04.12.05

Sind Sie ein Fall für den Zahnarzt?

Obwohl sich die Anzahl der Patienten mit Kiefergelenksbeschwerden häuft, sind die Methoden der Diagnostik und Therapie nur in Ansätzen in der klinischen Ausbildung des Zahnarztes enthalten. Die traditionelle Zahnheilkunde bezeichnet den Kauflächenkomplex, die Kiefergelenke, die dazugehörige Muskulatur und deren neurale Steuerung als Verbundsystem. Die Ursachen werden fast immer in einem dieser Anteile gesucht, und man wird dem Patienten in seiner Komplexheit nicht gerecht.

In der Ganzheitlichen Zahnheilkunde werden bei Kiefergelenkserkrankungen nicht nur mechanische Ursachen gesehen. Da die Ursache nicht immer im zahnärztlichen Bereich liegt, wird der Patient insgesamt betrachtet, die Haltung und Statik beurteilt. Die Körperhaltung beeinflusst das Kiefergelenk – das Kiefergelenk die Kopf- und Körperhaltung. Für Kopf- und Nackenschmerzen ist oft ein falscher Biss verantwortlich (Cranio-Mandibuläre Dysfunktion). Auch Tinnitus und Schulter-Arm-Syndrom sowie Beckenschiefstand und Beinlängendifferenz können die Folge eines Fehlbisses sein.

Während des Deutschen Zahnärztetages 2005 wurde ein Selbsttest für Laien vorgestellt. Mit diesem Test ist es möglich, selbst abzuschätzen, ob eine Störung im Zusammenspiel des Oberkiefers und des Unterkiefers vorliegt und für vorliegende Schmerzsymptome evtl. verantwortlich ist. Die Software gibt es zum Download kostenlos unter www.CMDcheck.de. Prof. Dr. Holger A. Jakstat (Universität Leipzig) und Priv.Doz. Dr. M. O. Ahlers vom CMD-Zentrum Hamburg und der Universität Hamburg haben den Test und die Software entwickelt. Mit der Auswertung, die zu Hause ausgedruckt werden kann, sollte der Betroffene zum Zahnarzt gehen, um den Verdacht professionell überprüfen zu lassen.

(Quelle: Lübecker Nachrichten 4.12.05)